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Moin meine lieben Freunde!
Gemäß meinen guten Vorsätzen schicke ich Euch schon heute wieder neue Eindrücke aus Fernost. Natürlich auch damit Ihr schnell Fotos von Chihiros und Roberts Hochzeit bekommt. Für diejenigen unter Euch, die davon noch nicht gehört haben: Chihiro und Robert haben vor nun 2 Wochen in Japan geheiratet und ich habe mir natürlich nicht die Chance entgehen lassen der Party beizuwohnen. Die Fotos lade ich im Laufe der Woche hoch.
Aber zunächst einmal nehme ich Euch mit auf einen Hike im Norden Seouls. Mit meinen Kameraden vom Undong Dongari sind wir vor nun 3 Wochenenden zum Bukkaksan gelaufen, einem Berg nahe des Bukhansanmassivs in dem wir im letzten Herbst wandern waren, die Fotos sind auf dem Blog.
Bei trübem, kaltem, spätwinterlichem Wetter sind wir vom Somerset um den Gyeongbukgung westlich herum in die Berge gelaufen. Auf dem Weg dorthin sind wir schon auf die erste Attraktion des Tages gestoßen, einen Bogenschützenpavillon.


Die Schützen

Und da gaaanz hinten die Ziele
War schon sehr faszinierend, wir haben die Entfernung auf 250 Meter geschätzt. Aber das eigentlich Verrückte war, dass der Parkplatz zwischen dem Pavillon und den Zielscheiben lag! Also hoffen wir mal, dass dort niemandem ein Pfeil abrutscht während jemand in sein Auto steigen möchte...
Von dort aus sah man dann auch das domierende Gebäude der Gegend, das Blaue Haus, den Sitz des koreanischen Präsidenten.

Da, ganz klein, mit der traditionellen Dachform, das Blue House
Mit prägend meine ich ausnahmsweise mal nicht die architektonische Wirkung, sondern dass der Besuch im Berg von den Sicherheitsmaßnahmen rund um den Präsidentenpalast dominiert ist. Dass diese Sicherheitsmaßnahmen durchaus berechtigt sind wurde bald deutlich.

Am Fuß des Bukkaksan
Dieses Denkmal erinnert an den ehemaligen Polzeichef von Jongno-gu, der bei einem Angriff nordkoreanischer Spione, die den damaligen Präsidenten ermorden wollten, ums Leben gekommen ist. Anwohner hatten eine Gruppe seltsamer Männer in den Bergen bemerkt und die Behörden alarmiert. Als die südkoreanischen Sicherheitskräfte eintrafen, hatten sich die Attentäter bei einem Tempel verschanzt und bei dem folgenden Feuergefecht ist der Polizeichef des Innenstadtbezirks ums Leben gekommen, so wie auch die Attentäter.
Dann waren wir am Fuß des Bukkaksan angekommen und es war Zeit für eine kleine Stärkung.

Mandus (vorn), David (dahinter)
In einem sehr guten Restaurants haben wir einen Teller superleckere Mandus verputzt und sind dann zum Berg. Leider mussten wir dort feststellen, dass der Berg aus Sicherheitgründen bereits vor 2 Stunden geschlossen wurde. Also sind wir nicht auf den Bukkaksan gegangen sondern zurück über den Pass auf den benachbarten Ilwangsan. Dort empfängt einen eine etwas seltsam anmutende Installation:

Na, was ist das?

Ein Wachposten! Perfekt getarnt!
Dann ging es an einer Befestigungsanlage ganz anderer Art entlang aufwärts.

Die Stadtmauer von Seoul auf Ilwangsan
Der obere Teil der Mauer ist natürlich in den letzten Jahrzehnten erneuert worden, aber der untere Teil ist noch original.

Das Stadtzentrum vom Ilwangsan aus

Das Bukhansanmassiv mit dem markanten, haifischflossenförmigen Bukhansan

Auf dem Gipfel

467 Meter über Normal Null

Szenerie auf dem Gipfel

Die Belohnung im Wolfhound Irish Pub
Und wie jedes Mal nach ein paar schönen Tagen kam der Winter wieder zurück, sogar in der letzten Woche hat es noch einmal geschneit. Kurz bevor ich nach Japan geflogen bin sah das so aus:

Blick von meiner Terrasse, vom GS Tower (links) zum Gangnam Kyobo Tower (rechts)
Damit verabschiede ich mich für heute, die Geschichte vom Frühlingsangfang und der Hochzeit gibt es in ein paar Tagen!
Bis dahin wünsche ich Euch allen eine gute Zeit!
Liebe Freunde!Ich hoffe, dass Ihr dieses Blog inzwischen nicht vollkommen aufgegeben habt, vier Monate war es jetzt still um mich. Zuerst war nichts Nennenswertes zu berichten da (Novemeber / Dezember), dann war ich weg (Dezember / Januar) und seitdem war tierisch im Stress, arbeitstechnisch.Die Reise nach Deutschland war übrigens richtig schön und ich werde demnächst ein paar Fotos an dieser Stelle posten.So, nun aber zu interessanteren Dingen.
Der Winter in diesem Jahr war viel zu lang und für meine Begriffe auch zu streng, so dass ich das Chinesische Neujahr (berechnet nach dem Mondkalender) vorletztes Wochenende genutzt habe in Wärmere Gefilde vorzustoßen. Ich hatte ja schon seit Längerem ein schlechtes Gewissen, da ich trotz mittlerweile drei Jahren in Korea die umliegenden Länder nur sehr spärlich bereist habe.
Also haben Junko und ich uns kurzerhand (Tickets zu kriegen war ein echtes Drama) entschlossen das lange Wochenende in Taiwan zu verbringen. Eine sehr gute Entscheidung, auch wenn ich ursprünglich lieber einen Palmenstrand ohne irgendetwas los gehabt hätte. Aber, um das vorwegzunehmen: Taiwan kann ich jedem Asienreisenden nur wärmstens ans Herz legen, das ist ein wirklich hochinterssantes und gastfreundliches Land.Die meiste Zeit waren Junko und ich in Taipei, das Wetter hat unseren geplanten Tag am Meer leider zunichte gemacht. Doch dazu später mehr. Zunächst einmal tauchen wir in die brodelnde Metropole Taipei ein. Wir sind im Laufe des Nachmittags angekommen, aus Tokyo und Seoul kommend. Genau richtig um auf den größten der berühmten Nachtmärkte Taipeis, dem Shilin Night Market, zu gehen. Vorher waren wir natürlich noch in dem Stammhaus von Din Tai Fun, wo es Dumpligs at its best gibt!! Rischtisch lecka!
Streetlife!
Warten auf das Essen...
... et la voilà: Austernpfannekuchen mit suess-saurer Sauce und Sambal Oelek! Großartig.
Aber natuerlich wil man nicht alles testen...

Handgemachte Wantans als MitternachtssnackAm nächsten Tag, bei sonnigen 32 Grad im Schatten, sind wir dann raus aus der Großstadt, eine Stunde mit dem Schnellzug nach Juifen gefahren. Das ist eine ehemalige Goldgräbersiedlung aus der japanischen Kolonialzeit und berühmt für seine Teehäuser. Wieder eine gute Entscheidung!
Der Blick aus unserem Zimmer in der Pension
Tourimeile
Ein Einwohner betrachtet das Treiben kritischDas Örtchen besteht aus lauter kleiner Gassen voller Touriläden, aber erstaunlicherweise sind die hochinteressant. Natürlich dreht sich fast alles ums Essen, aber es gab vieles was ich zuvor nie gesehen hatte.
Natürlich war auch ein Besuch des örtlichen Tempels unvermeidlich, nicht weil ich besonders religiös wäre, nein uns trieb der Mangel an "echten" Sehenswürdigkeiten. So langsam könnt wahrscheinlich auch Ihr die landesspezifischen Unterschiede im ostasiatischen Tempelbau ohne weiteres erkennen, oder?
Hauptansicht
Drache auf der Ecke
Gerader Bart, schiefer Bart
Ohne WorteDann ging es endlich zum Teetrinken. Eine Terrasse mit Blick auf das Meer, eine abendliche Sommerbrise, Sonnenuntergang, chinesischer Tee.


Hast Du Worte?Und dann, ganz unverhofft, nahm der Urlaub eine unerwartete Wendung:
So fing das an, zwei kleine Wölkchen, aber dann...



... war Nebel, Regen und nur noch 12 Grad!Also haben wir den Strandbesuch aufgegeben und sind schon am nächsten Tag zurück nach Taipei gefahren, wo mehr Aktivitäten auch bei norddeutsch anmutendem Shietwetter möglich waren.
Shietwetter made in Taiwan
Fotos aus dem ZugWieder zurück in Taipei haben wir uns total unterkühlt ersteinmal taiwanesischen Feuertopf reingezogen. Das war sehr, sehr lecker und das Entertainment war auch nicht schlecht.

Angehender Showmaster, wird vielleicht genau rechtzeitig erwachsen um Thomas Gottschalk bei "Wetten dass?" abzulösenAm nächsten Tag waren wir dann beim Taipei 101, dem bis vor kurzem höchsten Gebäude der Welt. Über die Architektur kann man ja streiten, aber die schiere Höhe ist schon beeindruckend.
Aus einem knappen Kilometer Entfernung
Von oben sah es dann so aus, leider war es sehr trübe, aber wenn man sich kurz klar macht wieviele Stockwerke die "kleinen" Gebäude da unten haben, kriegt man doch einen Eindruck von den Dimensionen
Das Gegengewicht um die Windschwankungen auszugleichen
Maskottchen
Und hier sieht man, warum der Ausblick nicht so der Hammer warAm nächsten Tag hat sich das Wetter dann gebessert und wir sind zum Longshan Tempel gegangen um der Neujahrszeremonie beizuwohnen. Eigentlich war die Stadt ziemlich leergefegt (speziell am Abend zuvor, das war wie bei uns an Heiligabend), aber beim Tempel war ein ziemlicher Menschenauflauf. Zunächst sind wir in den umliegenden Gässchen frühstücken gewesen und sind dann in die Massen eingetaucht.
Erfrischungsgetränke nach dem Frühstück
Das musste irgendwie jeder machen, ich weiß aber nicht was es bedeutet
Jede Menge Räucherstäbchen
Alt und neu
Junko und Henning begrüßen das Jahr des TigersUnd dann, ganz zum Abschluss der Reise, doch noch Betelnüsse, für die Taiwan ja berüchtigt ist. In Taipei sind die Verkäuferinnen zwar nicht im Bikini (auf dem Land wohl schon), aber die Straßen in der Ecke waren auch schon so derbe genug, Fotos habe ich davon lieber keine gemacht. Und Betelnüsse habe ich auch nicht getestet, da fehlt mir mittlerweile die Neugier was die Geisteserweiterung angeht.
Betelnussverkäuferin (hinten) und Konsumentin (vorne)Das letzte Highlight war der Rückflug, ich wurde zum ersten Mal in die Business Class hochgebucht! Und für alle, die sich schon mal mit der Bedienung eines Sitzes in der Business Class vertraut machen wollen:
Alles klar?Guten Flug und bis bald!