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Liebe Freunde!Der Sommer hat sich verabschiedet, und der Herbst macht seinem Ruf als schönste Jahreszeit alle Ehre. Sonnige Tage, bunte Blätter und Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad. Zeit also, vor dem Winter noch ein paar Streifzüge durch die Stadt zu unternehmen.Zuerst haben Junko und ich die diesjährige Designolympiade besucht. Seoul ist ja die World Design Capital 2009 und da Korea in Sachen Design sehr hochtrabende Ambitionen hat wird keine Mühe gescheut. Rem Kolhaas hatte seinen Prada Transformer hier, Zaha Hadid baut ein neues Designzentrum und sicher noch vieles mehr, ich verpasse vermutlich das meiste. Aber immerhin habe ich mitbekommen, dass die besagte Designolympiade stattgefunden hat.Passend zum Namen wurde die Veranstaltung im Olypiastadium von 1988 abgehalten, genau wie im letzten Jahr. Danach soll das Stadion, was mittlerweile schon etwas baufällig geworden ist, abgerissen werden, was ich ziemlich schade finde. Schließlich ist es das Symbol für (Süd)Koreas Aufbruch in die Demokratie und für den Aufschwung der 90er Jahre. Aber, naja, zur Erinnerungskultur hat ja jeder seine eigene Einstellung und so kommt dat olle Ding wech und dafür gibt es bald ein paar neue Appartments, als ob es davon nicht schon genug gäbe.
Innenraum des OlympiastadiumsDie Olympiade selbst war eher so la-la, viele der Austellungsstücke waren etwas süßlich...
Kuschelhündchen... oder wenig originell. So wie diese Seouler Löwen, die zwar nicht schlecht gemacht sind, aber die Ähnlichkeit mit den Berliner Bären ist wohl doch mehr als nur zufällig.
Die Löwen von SeoulTrotzdem war die Atmosphäre super und ein richtig schöner Familienevent. Und ein paar der Ausstellungsstücke waren auch richtig gut.
Lebende StatueZum Abschied gab es noch liebenswerte Grüße von einer Pantomimin. Das Wochenende hatte für Junko und mich aber noch mehr zu bieten. Wir waren Boot fahren auf dem Han, Pfannkuchen essen am Gwajang Sijang und haben einen sehr schönen Spaziergang in Samcheon-dong gemacht. Das ist eine superschöne Ecke Seouls zischen den Palästen und den Bergen, nah der Innenstadt.
Hanoks in Samcheon-dong
Traditionelle Haustür
Teehaus über der StadtDas Wochenende war viel zu schnell wieder vorbei, aber der Herbst wurde von Woche zu Woche schöner. Das Wetter ist mild und seit ein paar Tagen trage ich auch tagsüber lange Ärmel. :)Gestern war es dann auch an der Zeit die herbstliche Hiking-Tour zu machen. Dieses Mal war ich mit Mr. Chang und David auf dem Bukhansan, dem Bergmassiv am nördlichen Stadtrand. Ich denke die Bilder sprechen für sich:
Motiv für ein Chinarestaurantgemälde
Herbstfarben 1
Herbstfarben 2
Sportskameraden
Die Stadt im Nebel
Sonnenreflexion auf dem Hangang
Glückliche GesichterDanach sind wir in meinen Lieblingsizakaya (Izakaya = Japanische Kneipe) gegangen und haben mit gedämpftem Fisch, Yaki Soba (gebratene Nudeln), Tofu und ein paar gezapften Asahibieren den Tag ausklingen lassen. Dabei haben wir einen Undong-Dongari, einen Sportclub, gegründet. Nächstes Vorhaben ist eine Radtour am Hangang bevor der Winter so richtig losgeht. Planet Korea wird berichten!Bis dahin, alles Gute!
Liebe Freunde,es ist mal wieder soweit Euch ein paar Eindrücke aus dem schönen Korea zu senden, ich habe Euch schon wieder viel zu lange warten lassen. Ereignisreiche Wochen liegen hinter mir, vor allem arbeitstechnisch, aber auch in meiner Freizeit ist Erwähnenswertes geschehen.Den heutigen Ausflug beginne ich vor 4 Wochen, da war ich mit einem Kollegen und Bekannten reiten. Wir sind ein paar Kilometer auf das Land in die umliegende Provinz gefahren und haben dort Pferde für 1 1/2 Stunden gemietet.
Mr Chang, der uns zu den Ferien auf dem Reiterhof eingeladen hatte
David, der sonst eher auf dem Rücken einer 1250cc Suzuki zu finden ist
Paul, mein Kollege, der schon auf einem Pferd geboren wurde
Hanni und Nanni, wer die anderen sind, weiß ich nichtIch bin selber auch geritten, konnte mich aber nicht selbst fotografieren, das war wahrscheinlich auch besser so. Der Ausritt war ganz schön anstrengend, wie sich am nächsten Tag herausstellen sollte. Einen Wolf habe ich mir zum Glück nicht geritten, in Gegensatz zu manch anderem. :)Doch es gibt keine Verschnaufpausen, bald darauf kam schon Besuch aus der Ferne, Luciana und Dirk haben sich für ein Wochenende nach Seoul verirrt! Ich habe die Armen ziemlich durch die Stadt gescheucht, nochmal 'Sorry' von dieser Stelle.Fotos gibt es hoffentlich bald bei den beiden auf Flickr en masse, ich habe nur gelegentlich die Knipse gezückt und vermeintlich Spektakuläres festgehalten, dabei aber wohl nur meine Liebe zu Unwichtigem dokumentiert.Los geht es mit einer Runde Baseball:


Dirk schlägt zu...
...Luciana staunt...
...und schlägt selbst zuDann ging die Stadtrundfahrt weiter, zum Sonnenuntergang auf den Seoul Tower. Leider war die Sicht nicht besonders, aber trotzdem hatte das Licht einige schöne Effekte auf Lager:
Unwirkliche Szenerie, haben die Nordkoreaner da drüben gerade ein Atombombe abgeworfen???
Dann wieder zurück in den Betondschungel, vorbei an Waldgeistern...
... zum Konzert von Simian Mobile Disco ("We are, your friends, you will, never be alone again..."Die Party war irgendwie etwas schräg, was vor allem am Publikum lag. Ich kam mir seit langem mal wieder vor wie der Provinzjunge, der sich in die Großstadt verirrt hat. Da glaubt, man sei sonst wie abgezockt und dann ist man von ein paar besoffenen, neureichen Kids geschockt. Ist das das Alter?
Luciana und DirkAm Sonntag haben wir dann den Kurztrip der Beiden mit einem ausgiebigen Spaziergang ausklingen lassen, daher stammt auch dieses schöne Foto auf den Uferterrasssen des Han.Für die Beiden ging es dann wieder weiter in Richtung Europa und ich habe für Euch noch ein paar Schnipsel von einem Sonntagsspaziergang am letzten Wochenende. Ich war zur Hochzeit einer Freundin eingeladen, war aber eine Stunde zu früh da und bin dann noch etwas durch das Stadtzentrum geschlendert.
Was ist hier geschehen? Ich tippe auf überraschte Bauarbeiter: "Wer kann denn schon ahnen, dass das Wochenende so plötzlich anfängt? Wir machen Schluss, Montag ist auch noch ein Tag!"
Nein, keine Kunstinstallation, sondern Werbung für eine Bank, trotzdem ganz cool
Cheonggye-cheon mit WasserspielenUnd als Abschiedsbild die schöne Jinhwa, eine Stunde vor dem großen Moment, bereit für den schönsten Tag Leben. Gell?
Jinhwa beim FototerminDamit verabschiede ich mich für heute und bedanke mich für die geschätzte Aufmerksamkeit!
Liebe Freunde!
Die Ereignisse in den letzten Wochen haben sich geradezu überschlagen, aber ich werde trotzdem versuchen Euch einen Eindruck zu verschaffen. Dieses Wochenende habe ich ruhiger verbracht, aber dazu später mehr.
Das wohl spektakulärste in den letzten Wochen war mein Kurztrip nach China am letzten Wochenende. Es war mein erster Besuch im Land der Mitte und ich habe ganz lässig das Einsteigerprogramm Hongkong, Shanghai, Beijing übersprungen und bin gleich ins Hinterland nach Zhengzhou mit einem Direktflug von Seoul aus gereist. Der Grund war die Einladung von Bing und Yves zu ihrer Hochzeit.
Diese schöne Hochzeit war sehr eindrucksvoll eingerahmt von einem Wochenende in einer Provinzstadt mit 7 Millionen Einwohnern mit einem Lebensstil der fremd und faszinierend ist. Kaum jemand sprach Englisch, mit dem Lesen hatte ich es nicht so und so war Orientierung nur mit telefonischer Unterstützung von Bing möglich, hat aber gut geklappt.
Am Freitag sind wir schon am Vormittag in Zhengzhou gelandet, und die nur vier Stunden Schlaf nach einem Bierabend mit Geschäftsfreunden haben für die richtige, übernächtigte Stimmung gesorgt, die auch über das ganze Wochenende anhalten sollte.
Beim einchecken in das Hotel erwartete mich schon das erste Bemerkenswerte auf meiner Reise:

Eine Tür, zwei Anschläge
Das ist die Tür in meinem Bad, die je nach Bedarf Tür zum Bad oder zur Toilette sein konnte. Fand ich irgendwie cool...
Erster echter Programmpunkt war der Besuch in den Longmen Caves, die einer der Höhepunkte der chinesischen Felsbildhauerei sind.

Longmen Caves

Felsbilder

Der Weg über den Fluss (aber außer Betrieb)

Buddhas von der anderen Flussseite

Treppen und Höhlen
Tausende von Höhlen mit abertausenden von Skulpturen wurden in etwa 1000jähriger Arbeit aus dem Fels geschlagen. Faszinierend. Leider waren die meisten Gesichter zerstört, laut den offiziellen Schildern aufgrund der Witterung und entgegen der unendlichen Bemühungen der Regierung... da lag der Verdacht auf einen Zusammenhang mit der Kulturrevulotion doch irgendwie in der Luft.
Aber um keinen falschen Eindruck zu erzeugen: China hat zu keinem Zeitpunkt bei mir den Eindruck einer fiesen Diktatur hinterlassen, lediglich die Grenzkontrollen waren etwas nervig. Aber wo sind sie das nicht?
Was anders ist in China ist, das es dort Restaurants gibt, in denen in dem Waschbecken auf der Toilette ein Karpfen schwimmt. Glaubt Ihr nicht? Ist aber so:

Aquarium
Zum Glück hatten wir in dem Laden nur Flaschenbier bestellt... da muss man in China wirklich vorsichtig sein, aber dazu später mehr...
Ach ja, für alle potentiellen Chinareisenden: Die Toiletten sind das schlimmste was man sich vorstellen kann, und dann noch ein bisschen schlimmer. Kategorischer Imperativ: Immer eigenes Toilettenpapier dabei haben und am besten nur im Hotel aufs Klo gehen. Ganz ehrlich und Ihr wisst, dass ich nicht zu penibel bin.
Genug davon, am nächsten Tag war es dann soweit: Bings und Yves großer Tag!

Tatatataaaa!!!!

Bruno, Yves, Bing, Kelly, im Hintergrund: Löwe

Löwentanz

Der Ehemann schleppt seine Frau herein

Hochzeitsfoto mit Bings Familie

Die Partyinsel...

...DJs...

...Tänzer...

...Kids...

...tanzen bis tief in die Nacht.
Die Nacht war unglaublich heiß, alle waren schweißgebadet, selbst das Bier war warm. Das Konzept kalter Getränke hat sich in Zentralchina noch nicht wirklich durchgesetzt...
Aber das war noch nicht alles, ein Tag blieb ja noch. Nachdem wir morgens früh von der Party ins Hotel gefahren sind (erstaunlicherweise haben wir diese wildeste Taxifahrt meines Lebens heil überstanden), haben wir uns frisch gemacht, kleines Nickerchen und dann gleich wieder los: Zusammen mit Felix den in der Umgebung Zhengzhous gelegenen Tempel der Shaolin (!) besuchen. Die 100 km Fahrt mit dem Taxi war wieder ein eigenes Abenteuer, aber das überspringe ich, denn schließlich geht es hier um die Shaolin, die Wiege der chinesischen Zivilisation:

Statue mit sozialistischem Flair am Eingang

Der Shaolintempel ist ein ziemlich großes Areal und einer der schönsten Tempel, die ich besucht habe. Eigentlich kann ich buddhistische Tempel ja nicht mehr sehen...

Tempeldächer

Die Bilder täuschen, der Tempel war ziemlich überlaufen. Ich bin einer fotowütigen Horde in die Finger geraten und musste mit gefühlten hundert Leuten Fotos machen, dabei hatte ich gar nicht das Gefühl, dass Ausländer so rar waren.

"Where are you from?"
"You guess!"
"Oh, I don't know!"
"Okay, one tip: We are from Europe."
"Hm, from America?"
"No! America is not in Europe!!"
"Oh, I am not good in Geography. I am not smart, but can I take another photo with you?"
Alles klar?

Pagodenwald

Felix schwer beeindruckt
Der benachbarte Pagodenwald war sehr faszinierend, hatte irgendwie eine klassische Atmosphäre, als seien von einem griechischem Tempel nur die Säulen übrig geblieben.
Die zahlreichen anderen Sehenswürdigkeiten haben wir nicht mehr besucht, der Regen und der näherrückende Abend haben uns bewogen wieder zurück nach Zhengzhou zu fahren.
Mit dem Shaolinmeister konnte ich auch nicht kämpfen. Eigentlich wollte ich das ja ganz klassisch machen: Meister fordern, dann erst den jüngsten Schüler verdreschen, bis hinauf zum Assistenten des Meisters und letztendlich den Meister selbst.
Leider hat man sich meiner Forderung nicht gestellt (es gab da auch keine Anmeldung für Forderer oder so), aber das Essen hatte es in sich. Das ist auch der Grund warum ich dieses Wochenende ohne Feiern zuhause verbringe:
Die Rache der Shaolin hat mich erwischt!!
Verabschieden will ich mit dem Zitat eines berühmten Mannes, leider weiß ich nicht mehr welches berühmten Mannes, wahrscheinlich war es Henry Kissinger:
China! China!! China!!!
Bis bald!